Wirklichkeit und Wahrnehmung oder wie die Deutschen glauben, von außen gesehen zu werden?

Frage von paradox: Wirklichkeit und Wahrnehmung oder wie die Deutschen glauben, von außen gesehen zu werden?
Relativ häufig stößt man hier auf Fragen und Antworten, in denen behauptet wird, dass das Ausland den Deutschen einfach nicht verzeihen könne, die Deutschen als Sündenbock bräuchte, die Menschen besonders deutschfeindlich wären und so weiter. Manchmal möchte ich dann aus lauter Spottlust fragen, wann uns die Menschen in Burkina Faso oder Madagaskar endlich mal verzeihen können, aber vermutlich bekäme ich auch hier ernstgemeinte Antworten von Leuten, die darüber schwadronieren, warum die Menschen in Burkina Faso deutschfeindlich erzogen würden. Nicht, dass sie jemals dort gewesen wären, aber es scheint wohl in deren Wahrnehmung, als sei Deutschland der Nabel der Welt, auf den alle böse wären.

Nun neige ich häufig dazu, solche Aussagen mit meinem eigenen Erleben zu vergleichen und stolpere häufig über den eklatanten Widerspruch zwischen diesen Behauptungen und dem, was ich erlebe. Ich bin seit ca. 15 Jahren sehr viel im Ausland unterwegs, glaube also zu wissen, wovon ich rede. Ich hab Italiener erlebt, die im Gewerbegebiet von sich aus anhielten, um mir ihre Hilfe anzubieten, Polen, die mir halfen, als es notwendig war, sogar einen Bulgaren, der mir den Wasserkanister in einem Industriegebiet hielt damit ich mir vernünftig die Hände waschen konnte, schwedische Arbeiter, die mich im Schneesturm erstmal zum wärmenden Kaffee in ihre Baracke luden, einen französischen Polizisten, der mich zur Entladestelle brachte und sich dort mit mir über musikalische Vorlieben unterhalten wollte. Alles Mögliche also, nur keine Spur dieser angeblichen Deutschfeindlichkeit, die einigen hierzulande doch sehr wichtig scheint. Klar, ein Türke hat mich mal als Nazi beschimpft, aber das ist doch schlechte Kinderstube, ein dänischer Staplerfahrer versucht einem auch mal über die Füße zu fahren, wenn man nicht aufpasst, was ich unter Umständen als deutschfeindlich hätte definieren können, wenn nicht letztens ein holländischer Fahrer bei der Erwähnung dieses (einzelnen) Dänen ebenfalls die Augen verdreht hätte.
Wie gesagt, nichts von dem, was ich in den verschiedenen europäischen Ausländern selbst erlebt habe, deutet auf irgendeine Form von gesellschaftlich verankerter Deutschfeindlichkeit hin.

Warum ist dieses dumme Vorurteil dann aber trotzdem so unausrottbar verankert, wie es scheint, wird als völlig selbstverständlich hingenommen, im Internet von zweifelhaften Blogschreibern verbreitet und nicht immer dummen Menschen unhinterfragt angenommen?

Kann mal jemand versuchen, mir das zu erklären?
@alejandro, vor wem bückt sie sich?
@alejandro, doch genau die werden gemeint. Zwei Beispielfragen gestern, warum uns die Polen nicht verzeihen können und warum polnische Frauen immer so unfreundlich zu Deutschen wären.
Was mache ich schlecht? Die allgemein nervende Weinerlichkeit? Lohnt es sich, die zu verteidigen?

Beste Antwort:

Answer by Petra
Ich kann eher deine Erlebnisse unterstützen. Die meisten der Ausländer mit denen ich Kontakt habe, sind überhaupt nicht feindselig eingestellt. Ein paar gibt es natürlich immer, aber die gibt es überall und man kann das nicht verallgemeinern. Was mir aber auffällt, ist dass solche Reaktionen gelegentlich durch das Benehmen mancher Deutscher provoziert werden. Das sind dann in der Regel auch die Typen, die sich dann mörderisch darüber aufregen, was diesen Ausländen denn einfällt. Und die posten das dann wo immer es geht.

Als eine andere Ursache sehe ich eine relativ hohe ablehnende Haltung gegenüber Ausländern in D. Und da wird nicht geschaut, ob einzelne Ausländer sich nicht so verhalten wie man es sich wünscht. Da werden Ruck Zuck alle in einen Topf geschmissen und wenn dann jemand was sagt, wird es als Deutschfeindlich ausgelegt.

Auch die rechte Strömung hier bei uns darf man nicht vernachlässigen. Deren Verhalten provoziert natürlich solche Aussagen von Ausländern. Und in diesem Fall sind sie ja nicht mal ganz unberechtigt. Unsere Rechtssprechung leistet dem leider auch noch Vorschub.

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